Kempinski Hotel Frankfurt        

Ungeschliffener Diamant vor den Toren der Finanzmetropole

 

In Gravenbruch, vor den Toren Frankfurts und unweit Deutschlands größtem Luftverkehrsdrehkreuz,  versteckt sich inmitten eines 16 Hektar großen Parks das Kempinski Frankfurt.

Als viertes Hotel der Kempinski-Gruppe unter dem Namen Kempinski Gravenbruch im Jahre 1976 eröffnet, blickt das Haus auf eine mehr als vierhundertjährige Geschichte zurück. Seine Gästeliste zählt Persönlichkeiten wie Michael Jackson, den ehemaligen US Präsidenten Bill Clinton, Michail Gorbatschow oder Arnold Schwarzenegger, die das Haus – vermutlich wegen seiner Abgeschiedenheit und gleichzeitigen Nähe zum Flughafen –  den wenigen Luxusherbergen in der Innenstadt vorzogen.

Nach dem Erwerb des Hotels durch die persisch-englische Unternehmerfamilie Mashali im Jahr 2011 folgte eine erst kürzlich abgeschlossene 40 Millionen Euro schwere Renovierung. Unter dem Namen Kempinski Frankfurt hat sich das Haus wahrlich neu erfunden und erstrahlt nun in einem frischen, wohnlichen Design im Landhausstil mit viel Holz und Stein. 2015 wurde das „Kempi“ – wie die Frankfurter das Haus liebevoll nennen – vom Busche-Verlag zum Hotel des Jahres gekürt.

Selten habe ich in einem Kempinski Hotel ein derart vorbildliches und freundliches Empfangsteam erlebt. Vom Porter, der mich mit einem „Herzlichen Willkommen“ bereits von der Ferne aus begrüßte bis hin zur Lady in Red – Kempinskis Bezeichnung für die Damen des Guest Relations Teams –, die den Check-In übernahm und mir sogleich eine Restaurantempfehlung unterbreitete.

Mein Zimmer der Grand Deluxe Kategorie in der ersten Etage des historischen Hauptgebäudes verfügte auf 33 Quadratmetern über ein bequemes Kingsize Bett, einen äußerst groß geschnittenen Kleiderschrank, einen Schreibtisch sowie einen Lesestuhl. Ein mit Naturstein gefliestes Badezimmer mit Doppelwaschbecken, Regenwalddusche – jedoch fehlender Badewanne und Waage – ergänzte die Ausstattung des Zimmers. Baulich bedingt war zudem die Toilette ohne jeglicher räumlicher Abtrennung ins Badezimmer integriert.

Farblich präsentierte sich die höchste Kategorie unter den Zimmern in grünen und beigen Tönen und wie der Großteil aller 225 Zimmer und Suiten mit Möbeln aus Kirschholz.

Eine Besonderheit stellte der über die gesamte Zimmerlänge verlaufende Balkon dar, von dem aus sich – wie aus jedem Zimmer der Grand Deluxe Kategorie – ein herrlicher Blick auf den hoteleigenen See bot. Auch die technische Ausstattung mit großem Flachbildfernsehgerät, einer Touchscreen-Lichtsteuerung und kostenlosem W-LAN konnte durchaus überzeugen. Einen Wecker auf dem Nachttisch oder eine Anschlussmöglichkeit für die Wiedergabe von Musik mobiler Geräte suchte man leider vergeblich.

Die lediglich einmal täglich durchgeführte Zimmerreinigung – ein Turndown Service wird standardmäßig ausschließlich in den Suiten angeboten – erfolgte zur vollen Zufriedenheit.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgen insgesamt drei Restaurants, darunter das mit einem Michelin Stern ausgezeichnete Sra Bua by Juan Amador, das euro-asiatische Küche serviert, das Restaurant Esstisch mit internationalen Gerichten sowie die Torschänke, die typisch hessische Speisen offeriert. In der neu gestalteten K-Lounge mit Kamin, Wintergarten und Seeterrasse wird ein täglicher Afternoon Tea, tagsüber Kuchen und Snacks sowie abends eine ausgezeichnete Auswahl an Cocktails serviert.

Ein umfangreiches Frühstücksbuffet wird allmorgendlich im Esszimmer angeboten. Leider konnten sowohl der Service als auch die Qualität der Produkte – insbesondere die Backwaren präsentierten sich in einem äußerst laschen Zustand – nicht überzeugen. Teilweise wurden Bestellungen vergessen, die Eggs Benedict hart verkocht serviert.

Ein völlig gegenläufiges Bild zeigte sich in der K-Lounge mit einem regelrecht zuvorkommenden Service, sehr schmackhaften kleinen Gerichten wie Nizza Salat oder Club Sandwich und einen hervorragend zubereitenden Moscow Mule zur Abendstunde. Insbesondere hier spiegelte sich die äußerst gelungene Neugestaltung mit einen mächtigen goldenen Kronleuchter, überdimensionalen Spiegeln und Ölgemälden, wider.

Ebenso gelungen ist die Erweiterung und Neugestaltung des 2000 Quadratmeter großen Country Club & Spa, der hinsichtlich Größe und Ausstattung in Frankfurt seines Gleichen sucht. Die großzügige Saunaoase mit russischem Banja, Dampfbad, einer Infrarotkabine, mehreren Saunen, zahlreichen Ruheräumen – teilweise mit Blick auf den See -  und einem abgetrennten Damenbereich, ebenso wie der 150 Quadratmeter große Innenpool mit Sternenhimmel und der beheizte Außenpool garantieren ein ausgezeichnetes Wellness-Erlebnis.

Im Sommer laden zudem eine Terrasse sowie eine Liegewiese zum Sonnenbaden ein. Ein Fitnesscenter mit den neusten Geräten der Firma Technogym komplettiert das Entspannungs- und Fitnessangebot.

Für Konferenzen und Veranstaltungen für bis zu 500 Personen ist das Haus mit einer 2000 Quadratmeter großen Konferenzfläche mit 18 Veranstaltungsräumen inklusive zweier Ballsäle ausgezeichnet gerüstet.

So sehr die neu gestaltete Hardware auch überzeugen konnte, bedarf es dessen ungeachtet insbesondere beim Frühstücksangebot einer Verbesserung der Speisenqualität sowie einer Optimierung der Serviceabläufe. Ebenso sollte ein Turndown Service – wie in anderen Kempinski Häusern bislang üblich – als Standard in allen Zimmerkategorien angeboten werden. Mit dem gewissen Feinschliff und der Schärfung von Servicedetails ist das Kempinski Frankfurt auf dem besten Wege sich zur Nummer Eins in der Rhein-Main-Region zu entwickeln. Auf Grund der äußerst positiven Erfahrung in allen übrigen Servicebereichen und der gelungenen Neugestaltung verdient das Kempinski Frankfurt dennoch fünf gut gemeinte Sterne.